Aktive Freizeitgestaltung mit Pflegebedürftigen


Tritt eine Pflegebedürftigkeit ein, ist es für Betroffene und Angehörige oft zunächst schwer, sich in der neuen Situation zurechtzufinden. Aber auch für Pflegebedürftige ist eine aktive Alltags- und Freizeitgestaltung wichtig und trägt zu einem erfüllten Leben bei. Wie diese aussehen kann, lesen Sie hier.



Wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird, verändert das einiges. Viele Aufgaben oder Aktivitäten, die davor mühelos bewältigt wurden, sind plötzlich nicht mehr oder nur noch eingeschränkt möglich und erfordern mehr Zeit und Kraft. Es braucht Zeit und Geduld, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Wird Ihr Angehöriger zu Hause durch Sie oder einen ambulanten Pflegedienst betreut, ist er in der Regel gut versorgt.

Zudem ist es für viele Pflegebedürftige ungemein wertvoll, in den eigenen vier Wänden weitgehend selbstbestimmt leben zu können. Was dabei mitunter zu kurz kommt, ist die aktive Freizeitgestaltung. Diese ist jedoch enorm wichtig, damit Ihr Angehöriger körperlich und geistig aktiv bleibt und sich geeigneten Freizeitaktivitäten widmen kann, die ihm Freude und bereiten und Abwechslung bieten.



Ideen für die Freizeitgestaltung

Welche Freizeitaktivitäten infrage kommen, hängt natürlich stark von der Beeinträchtigung des Pflegebedürftigen sowie von seinen individuellen Interessen ab. Dieser Beitrag dient deshalb in erster Linie dazu, pflegenden Angehörigen Tipps und Anregungen zu geben, wie eine wertschöpfende Freizeitgestaltung aussehen kann.



Sportliche Betätigung

Ist Ihr Angehöriger trotz bestehender Pflegebedürftigkeit noch weitestgehend mobil, sind sportliche Aktivitäten ideal – selbstverständlich unter Berücksichtigung der Möglichkeiten. Hier empfehlen wir, auf schonende Sportarten respektive Aktivitäten zurückzugreifen.

· Spaziergänge

· Radfahren

· Tanzen

· Schwimmen

· Gymnastik

· Yoga

Derartige Aktivitäten bringen Spaß, kurbeln das Herz-Kreislauf-System an, bauen Muskelkraft auf und können dazu beitragen, chronische Erkrankungen zu vermeiden oder zu lindern. Oft gibt es entsprechende Angebote in Seniorengruppen, was die Motivation aufrechterhält und bei Einsamkeit im Alter hilfreich ist. Bestenfalls halten Sie vorab Rücksprache mit einem Arzt.



Reisen und Ausflüge

Auch das Reisen mit Pflegebedürftigen ist möglich. Gleichsam bedeutet es bei der Organisation und Planung einen Mehraufwand. Mittlerweile gibt es jedoch zahlreiche Anbieter, die sich auf das Reisen mit Pflegebedürftigen spezialisiert haben – vom geeigneten Reisevehikel bis zum Pflegehotel.

Aber es muss nicht immer die große Fernreise sein. Auch kleine Tagesausflüge garantieren Abwechslung und Spaß. Dabei kann lediglich die Stadt oder Region erkundet werden oder ein besonderes Ziel, etwa die Teilnahme bei einer Veranstaltung ins Auge gefasst werden. Möglich ist beispielsweise die Teilnahme an:

· Theater oder Kinovorstellungen

· Museen oder Kunstausstellungen

· Gottesdiensten

· Konzerten

Auch das regelmäßige Treffen mit Freunden, etwa in einem Café, gibt Struktur und erlaubt den Austausch mit Gleichgesinnten.




Aktivitäten zu Hause

Es muss nicht immer gleich eine große Reise sein. Fördernde Beschäftigungen zu Hause, die dem Pflegebedürftigen Spaß machen, sind genauso wertvoll. Die Aufrechterhaltung sozialer Kontakte nimmt dabei eine besonders wichtige Rolle ein. Gemeinsame Aktivitäten in den eigenen vier Wänden können zum Beispiel so aussehen:

· Kochen oder Backen

· Gesellschaftsspiele

· Vorlesen

· Basteln

· Puzzeln

· Handarbeiten



Auf diese Weise lassen sich spielend motorische Fähigkeiten sowie das Gedächtnis trainieren. Der Pflegebedürftige profitiert von den sozialen Kontakten. Planen Sie die gemeinsamen Aktivitäten am besten mit dem Betroffenen selbst. Fragen Sie ihn, was ihm Spaß machen würde und finden Sie feste Termine. Dadurch ergeben sich eine geregelte Tagesstruktur und ein fester Wochenplan, an dem sich der Betroffene orientieren kann.

Beachten Sie bitte auch, dass sich ein längerer Aufenthalt außerhalb der eigenen vier Wände nicht für jeden eignet. Nicht zu empfehlen ist er beispielsweise bei Demenzbetroffenen. Hier bietet sich aber der Besuch spezieller Demenzcafés an. Wenn Sie weitere Informationen zu diesem Thema erhalten möchten, wenden Sie sich gerne an uns.

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